Freitag, 20. Juni 2014

Vor etwas mehr als einem Monat ging im Netz folgendes Skandälchen rum: HIPMAMA, ein US-amerikanisches Magazin für feministische Mutterschaft plante auf dem Cover seiner Mai-Ausgabe ein Selbstportrait der spanischen Künstlerin Ana Alvarez-Errecalde zu veröffentlichen, auf welchem sich die dreifache Mutter mitsamt Sohn und Spiderman-Kostüm als langzeit-stillende Mutter inszenierte: mit dem Resultat, dass auf Facebook noch vor der Veröffentlichung Beschwerden ob des 'expliziten' Inhalts eingereicht, das Bild verboten wurde und sich Kioskinhaber_innen vielernorts weigerten, das Magazin unzensiert in ihre Aussteller zu stecken. (siehe Bericht auf  fuckermothers.com) Darum kam es am 8.Mai (Herzlichen Glückwunsch zum Muttertag!) mit einem roten Punkt über der Brust in die Läden, welcher die Aufmerksamkeit nur noch mehr auf die verhüllt-entblößten Körperteile zog. Ich habe mir - um mein dringendes Bedürfnis nach Solidarität zu befriedigen - flugs meine eigene unzensierte Kopie per Internet bestellt, die vor einigen Tagen endlich ankam.
Auf facebook wurden nun dieser Tage offiziell Fotos von stillenden Mütter und ihren Kindern als erlaubt eingestuft. (siehe bspw. brigitte.de: Was wäre eine fb-Initiative ohne entsprechende Kampagne auf Twitter: #freethenipple) Und weil ich nicht auf facebook aktiv bin (obwohl ich nicht glaube, dass die nsa mich nicht hier ebenso auspionieren könnte und es vermutlich auch tut), poste ich hier mal eines meiner privaten latest favorites.
Interessant in dem Zusammenhang auch die US-Kampagne When Nurture Calls, die darauf aufmerksam macht, wie 'schön' es ist, auf dem Klo zu essen. Sie ruft unschöne Erinnerungen an 2012 wach, als ich von Verwandten zu einem 60. Geburtstag ins Restaurant eingeladen wurde: "Aber, na ja, du machst das ja auch, aber bitte, wenn du unbedingt mit deinem Kind kommen musst, dann still es nicht am Tisch. Dein Onkel findet das nicht gut." (Fast O-Ton) Ratet mal, wer leider keine Zeit hatte, zum Geburtstag zu kommen...

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