Meine rückkehrende Neugier auf und Drang nach schreibender Gedankenverarbeitung kommt gleichzeitig mit dem Auflammen einer Debatte, die hier zuletzt im Mai 2012 geführt wurde - einen Monat vor der Hausgeburt meines zweiten Kindes. Es geht um die Situation freiberuflicher Hebammen in Deutschland. Kaum zu fassen, aber zwei Jahre nach der "erfolgreichsten Petition Deutschlands" stehen unsere Hebammen kurz davor, das Handtuch zu werfen und das aus guten Gründen: Ihre Haftpflichtversicherungen, die zuletzt unverhältnismäßig und vollkommen Wettbewerbslos drastisch anstiegen, bei gleichbleibendem real-Stundenlohn, versteht sich, sollen nun soweit hochgeschraubt werden, dass die ausübenden Hebammen nicht nur mehr saumäßig wenig verdienen, sondern auch noch Miese machen, wenn sie ihre sauer verdienten Taler an die zwei Versicherungskonsortien (bald nur noch eins) abführen, um die unzumutbar hohen Versicherungssummen zu begleichen. Dies alles bei einem wohl gemerkt - statistisch gesehenen geringeren Risiko, Komplikationen im Verlauf einer Hausgeburt zu erleben, als im Verlauf einer Krankenhaus-Geburt! Dabei geht es den Petitionsinitiator_innen und Unterzeichner_innen nicht um eine Abschaffung der medizinischen Betreuung von komplizierten Geburtsverläufen und lebensrettenden Eingriffen bei schweren Fällen! Es geht um die Möglichkeit der freien Wahl von Frauen, wie sie gebären wollen - nicht nur nach bestem Gewissen, sondern auch nach bestem Wissen und besten Möglichkeiten und mit allen Optionen! Lasst euch nicht einschränken! Unterschreibt hier für euer Recht auf Selbstbestimmung über eure Körper: Rettet die Hebammen.

Hier könnt ihr Gesundheitsminister Gröhe auffordern, die Hebammen zu unterstützen: TwitternanGröhe. Hier gehts zu seiner Facebook-Seite.