Für alle, die unter dem 'scary-tits-syndrom' leiden, hat Hathor the Cowgodess von mamaiscomic tolle Interventionsstragien gezeichnet: absolut nachahmenswert!
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Hast du schon mal jeman(n)dem den Tag ruiniert? So geht's!
Für alle, die unter dem 'scary-tits-syndrom' leiden, hat Hathor the Cowgodess von mamaiscomic tolle Interventionsstragien gezeichnet: absolut nachahmenswert!
Freitag, 20. Juni 2014
Vor etwas mehr als einem Monat ging im Netz folgendes Skandälchen rum: HIPMAMA, ein US-amerikanisches Magazin für feministische Mutterschaft plante auf dem Cover seiner Mai-Ausgabe ein Selbstportrait der spanischen Künstlerin Ana Alvarez-Errecalde zu veröffentlichen, auf welchem sich die dreifache Mutter mitsamt Sohn und Spiderman-Kostüm als langzeit-stillende Mutter inszenierte: mit dem Resultat, dass auf Facebook noch vor der Veröffentlichung Beschwerden ob des 'expliziten' Inhalts eingereicht, das Bild verboten wurde und sich Kioskinhaber_innen vielernorts weigerten, das Magazin unzensiert in ihre Aussteller zu stecken. (siehe Bericht auf fuckermothers.com) Darum kam es am 8.Mai (Herzlichen Glückwunsch zum Muttertag!) mit einem roten Punkt über der Brust in die Läden, welcher die Aufmerksamkeit nur noch mehr auf die verhüllt-entblößten Körperteile zog. Ich habe mir - um mein dringendes Bedürfnis nach Solidarität zu befriedigen - flugs meine eigene unzensierte Kopie per Internet bestellt, die vor einigen Tagen endlich ankam.
Auf facebook wurden nun dieser Tage offiziell Fotos von stillenden Mütter und ihren Kindern als erlaubt eingestuft. (siehe bspw. brigitte.de: Was wäre eine fb-Initiative ohne entsprechende Kampagne auf Twitter: #freethenipple) Und weil ich nicht auf facebook aktiv bin (obwohl ich nicht glaube, dass die nsa mich nicht hier ebenso auspionieren könnte und es vermutlich auch tut), poste ich hier mal eines meiner privaten latest favorites.
Interessant in dem Zusammenhang auch die US-Kampagne When Nurture Calls, die darauf aufmerksam macht, wie 'schön' es ist, auf dem Klo zu essen. Sie ruft unschöne Erinnerungen an 2012 wach, als ich von Verwandten zu einem 60. Geburtstag ins Restaurant eingeladen wurde: "Aber, na ja, du machst das ja auch, aber bitte, wenn du unbedingt mit deinem Kind kommen musst, dann still es nicht am Tisch. Dein Onkel findet das nicht gut." (Fast O-Ton) Ratet mal, wer leider keine Zeit hatte, zum Geburtstag zu kommen...
Auf facebook wurden nun dieser Tage offiziell Fotos von stillenden Mütter und ihren Kindern als erlaubt eingestuft. (siehe bspw. brigitte.de: Was wäre eine fb-Initiative ohne entsprechende Kampagne auf Twitter: #freethenipple) Und weil ich nicht auf facebook aktiv bin (obwohl ich nicht glaube, dass die nsa mich nicht hier ebenso auspionieren könnte und es vermutlich auch tut), poste ich hier mal eines meiner privaten latest favorites.
Interessant in dem Zusammenhang auch die US-Kampagne When Nurture Calls, die darauf aufmerksam macht, wie 'schön' es ist, auf dem Klo zu essen. Sie ruft unschöne Erinnerungen an 2012 wach, als ich von Verwandten zu einem 60. Geburtstag ins Restaurant eingeladen wurde: "Aber, na ja, du machst das ja auch, aber bitte, wenn du unbedingt mit deinem Kind kommen musst, dann still es nicht am Tisch. Dein Onkel findet das nicht gut." (Fast O-Ton) Ratet mal, wer leider keine Zeit hatte, zum Geburtstag zu kommen...
Donnerstag, 1. Mai 2014
Zum 1.Mai
Wofür steht der 1.Mai?
Am Tag der Arbeit gingen wir früher vom Kindergarten aus, jede_r mit einer roten Nelke in der Hand über die Versorgungswege der LPG bis hin zum Kanal und zurück. Dabei sangen wir schöne Lieder über Berufe ("Zeigt her eure Füße...", "Rot, ja rot sind alle meine Kleider...") und mein Freund Berni schubste mich in die Brennesseln, weil wir zusammen waren und eine Jugendgang.
Heute wird auch viel geschubst, insbesondere auf den Anti-Globalisierungsdemos, die nun traditionell am 1.Mai stattfinden, gerne in großen Städten, am Liebsten in Berlin.
Schauen wir uns aktuelle politikwissenschaftliche und ökonomiekritische Theorien insbesondere zu Wertschöpfungsketten (value chains) und Versorger-Ketten (care chains) an, dann gibt es auch allen Grund zur Kritik: Der Wohlstand und das gute Leben westeuropäischer, mehrheitlich Weißer und einigermaßen gebildeter Menschen, insbesondere als Männer identifizierter Menschen, basiert auf der Ausbeutung von Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht. Da wir aber seit Langem in der Lage sind, all die schmutzigen Seiten unserer Güterproduktion auf andere, ärmere, durch Kolonialisierungs-Erbe und globale Erderwärmung (zu der wir genauso unseren Scheffel beigetragen haben) missbrauchte Kontinente auszulagern, da wir zudem unseren Müll gleich auch wieder dorthin verfrachten, und dadurch ebenso, wie durch die Produktion von Gütern auch durch die Destruktion derselben zur Gefährdung des Lebens unserer für uns fahrlässigerweise unsichtbaren Mitmenschen und deren unmittelbarer Umwelt kräftig beitragen, alldeswegen leben die meisten von uns in einer Ignoranz, wie nur Privilegierte sie sich eben leisten können.
Das diese ökonomischen, hochproblematischen globalisierenden Tendenzen geschlechtlich markiert sind, also eine gender-Dimension haben, beweist der Film maquilapolis, der auf you tube zugänglich ist und glücklicherweise auch zeigt, dass es sich bei den Betroffenen nicht um Opfer-Objekte handelt, die nicht fähig wären, selbstbestimmt ihr Leben in die Hand zu nehmen und deshalb regiert werden müssten. Frauen, so konstatiert die Protagonistin des Films, würden gezielt von Unternehmern ausgewählt, um in den Fabriken Elektrotechnik herzustellen, da sie als schweigsam und auf Grund ihrer Rollen als Mütter als besonders duldsam gelten (Die Kinder müssen schließlich ernährt werden). Außerdem hätten sie feinere Hände, die mit der kleinen Elektronik besser zurechtkämen. Das sie ihr Schicksal nicht einfach erdulden, sondern - teilweise erfolgreich - dagegen ankämpfen, beweisen die maquiladora-Frauen in dem Film.
Also, das ist doch mal ein Anlass für eine solidarische "Erster Mai"-Demo, finde ich.
Red Carnation von Pelaroques, gefunden auf flickr.com
Am Tag der Arbeit gingen wir früher vom Kindergarten aus, jede_r mit einer roten Nelke in der Hand über die Versorgungswege der LPG bis hin zum Kanal und zurück. Dabei sangen wir schöne Lieder über Berufe ("Zeigt her eure Füße...", "Rot, ja rot sind alle meine Kleider...") und mein Freund Berni schubste mich in die Brennesseln, weil wir zusammen waren und eine Jugendgang.
Heute wird auch viel geschubst, insbesondere auf den Anti-Globalisierungsdemos, die nun traditionell am 1.Mai stattfinden, gerne in großen Städten, am Liebsten in Berlin.
Schauen wir uns aktuelle politikwissenschaftliche und ökonomiekritische Theorien insbesondere zu Wertschöpfungsketten (value chains) und Versorger-Ketten (care chains) an, dann gibt es auch allen Grund zur Kritik: Der Wohlstand und das gute Leben westeuropäischer, mehrheitlich Weißer und einigermaßen gebildeter Menschen, insbesondere als Männer identifizierter Menschen, basiert auf der Ausbeutung von Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht. Da wir aber seit Langem in der Lage sind, all die schmutzigen Seiten unserer Güterproduktion auf andere, ärmere, durch Kolonialisierungs-Erbe und globale Erderwärmung (zu der wir genauso unseren Scheffel beigetragen haben) missbrauchte Kontinente auszulagern, da wir zudem unseren Müll gleich auch wieder dorthin verfrachten, und dadurch ebenso, wie durch die Produktion von Gütern auch durch die Destruktion derselben zur Gefährdung des Lebens unserer für uns fahrlässigerweise unsichtbaren Mitmenschen und deren unmittelbarer Umwelt kräftig beitragen, alldeswegen leben die meisten von uns in einer Ignoranz, wie nur Privilegierte sie sich eben leisten können.
Das diese ökonomischen, hochproblematischen globalisierenden Tendenzen geschlechtlich markiert sind, also eine gender-Dimension haben, beweist der Film maquilapolis, der auf you tube zugänglich ist und glücklicherweise auch zeigt, dass es sich bei den Betroffenen nicht um Opfer-Objekte handelt, die nicht fähig wären, selbstbestimmt ihr Leben in die Hand zu nehmen und deshalb regiert werden müssten. Frauen, so konstatiert die Protagonistin des Films, würden gezielt von Unternehmern ausgewählt, um in den Fabriken Elektrotechnik herzustellen, da sie als schweigsam und auf Grund ihrer Rollen als Mütter als besonders duldsam gelten (Die Kinder müssen schließlich ernährt werden). Außerdem hätten sie feinere Hände, die mit der kleinen Elektronik besser zurechtkämen. Das sie ihr Schicksal nicht einfach erdulden, sondern - teilweise erfolgreich - dagegen ankämpfen, beweisen die maquiladora-Frauen in dem Film.
Also, das ist doch mal ein Anlass für eine solidarische "Erster Mai"-Demo, finde ich.

Samstag, 8. März 2014
zum frauentag
"ebenso werden die alltäglichen Beziehungen organisiert durch die Art und Weise, in der der Staat die Beziehungen zwischen Frauen und Männern und zwischen Frauen, Männern und Kindern durch seine Wohlfahrtsagenturen regelt." (Smith, Dorothy: Eine Soziologie für Frauen, 1979)
Freitag, 28. Februar 2014
Neuer Post - neues Outfit - neue Fleißigkeit
Nach fast zwei Jahren reproduktiver Schaffenspause - mit einer unglaublichen Fülle an Erfahrungen, Begegnungen und Wissensanhäufungen bereichert - will ich mir selbst gegenüber Nachsichtigkeit mit meinem Egozentrismus geloben und mich vermehrt dem worlwide-output meiner bescheidenen Gedanken widmen.
Dazu nutze ich nicht nur mein theoretisch politisches Baby hier: radicarl, sondern auch meinen Blog bistduetwaeinmädchen, in dem ich mich noch mehr darauf konzentriere, die Erfahrungen der letzten fünfeinhalb Jahre als Reproduktionsarbeiterin zu beschreiben und - gelegentlich - mit meinen Erfahrungen als Reproduktions-Objekt (= als Kind und Heranwachsende) psychosozial zu verlinken und aufzuarbeiten.
Meine rückkehrende Neugier auf und Drang nach schreibender Gedankenverarbeitung kommt gleichzeitig mit dem Auflammen einer Debatte, die hier zuletzt im Mai 2012 geführt wurde - einen Monat vor der Hausgeburt meines zweiten Kindes. Es geht um die Situation freiberuflicher Hebammen in Deutschland. Kaum zu fassen, aber zwei Jahre nach der "erfolgreichsten Petition Deutschlands" stehen unsere Hebammen kurz davor, das Handtuch zu werfen und das aus guten Gründen: Ihre Haftpflichtversicherungen, die zuletzt unverhältnismäßig und vollkommen Wettbewerbslos drastisch anstiegen, bei gleichbleibendem real-Stundenlohn, versteht sich, sollen nun soweit hochgeschraubt werden, dass die ausübenden Hebammen nicht nur mehr saumäßig wenig verdienen, sondern auch noch Miese machen, wenn sie ihre sauer verdienten Taler an die zwei Versicherungskonsortien (bald nur noch eins) abführen, um die unzumutbar hohen Versicherungssummen zu begleichen. Dies alles bei einem wohl gemerkt - statistisch gesehenen geringeren Risiko, Komplikationen im Verlauf einer Hausgeburt zu erleben, als im Verlauf einer Krankenhaus-Geburt! Dabei geht es den Petitionsinitiator_innen und Unterzeichner_innen nicht um eine Abschaffung der medizinischen Betreuung von komplizierten Geburtsverläufen und lebensrettenden Eingriffen bei schweren Fällen! Es geht um die Möglichkeit der freien Wahl von Frauen, wie sie gebären wollen - nicht nur nach bestem Gewissen, sondern auch nach bestem Wissen und besten Möglichkeiten und mit allen Optionen! Lasst euch nicht einschränken! Unterschreibt hier für euer Recht auf Selbstbestimmung über eure Körper: Rettet die Hebammen.

Hier könnt ihr Gesundheitsminister Gröhe auffordern, die Hebammen zu unterstützen: TwitternanGröhe. Hier gehts zu seiner Facebook-Seite.
Meine rückkehrende Neugier auf und Drang nach schreibender Gedankenverarbeitung kommt gleichzeitig mit dem Auflammen einer Debatte, die hier zuletzt im Mai 2012 geführt wurde - einen Monat vor der Hausgeburt meines zweiten Kindes. Es geht um die Situation freiberuflicher Hebammen in Deutschland. Kaum zu fassen, aber zwei Jahre nach der "erfolgreichsten Petition Deutschlands" stehen unsere Hebammen kurz davor, das Handtuch zu werfen und das aus guten Gründen: Ihre Haftpflichtversicherungen, die zuletzt unverhältnismäßig und vollkommen Wettbewerbslos drastisch anstiegen, bei gleichbleibendem real-Stundenlohn, versteht sich, sollen nun soweit hochgeschraubt werden, dass die ausübenden Hebammen nicht nur mehr saumäßig wenig verdienen, sondern auch noch Miese machen, wenn sie ihre sauer verdienten Taler an die zwei Versicherungskonsortien (bald nur noch eins) abführen, um die unzumutbar hohen Versicherungssummen zu begleichen. Dies alles bei einem wohl gemerkt - statistisch gesehenen geringeren Risiko, Komplikationen im Verlauf einer Hausgeburt zu erleben, als im Verlauf einer Krankenhaus-Geburt! Dabei geht es den Petitionsinitiator_innen und Unterzeichner_innen nicht um eine Abschaffung der medizinischen Betreuung von komplizierten Geburtsverläufen und lebensrettenden Eingriffen bei schweren Fällen! Es geht um die Möglichkeit der freien Wahl von Frauen, wie sie gebären wollen - nicht nur nach bestem Gewissen, sondern auch nach bestem Wissen und besten Möglichkeiten und mit allen Optionen! Lasst euch nicht einschränken! Unterschreibt hier für euer Recht auf Selbstbestimmung über eure Körper: Rettet die Hebammen.

Hier könnt ihr Gesundheitsminister Gröhe auffordern, die Hebammen zu unterstützen: TwitternanGröhe. Hier gehts zu seiner Facebook-Seite.
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